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  • AutorenbildManuel Klinnert

Tipps für Eure PowerPoint-Präsentationen – Teil 2

Wie Ihr im Lehrsaal und während Onlinefortbildungen den Tod durch PowerPoint verhindert, indem Ihr aus betreutem Vorlesen eine nachhaltige Präsentation macht. Zweiter Teil.

 

Vor einigen Wochen habe ich Euch im ersten Teil dieser Reihe verschiedene Tricks vorgestellt, mit denen ich meine PowerPoint-Präsentationen aufwerte. Wenn Ihr den Beitrag noch nicht kennt, könnt Ihr hier nochmal nachlesen. In diesem Beitrag möchte ich Euch drei weitere Tipps vorstellen, die sicher auch dem ein oder anderen helfen werden, seine Präsentationen zu verbessern. Steigen wir gleich ein!

Tipp 4: Animationen gezielt einsetzen

Werden Animationen genutzt, nutzen die meisten diese schon sehr zielführend. Man möchte nicht sofort alle Informationen auf der Folie haben, sondern sie im Laufe des Vortrages – vielleicht auch zusammen mit der Lerngruppe – erarbeiten. Mit den „Triggern“ im letzten Beitrag habe ich Euch schon eine Möglichkeit vorgestellt, dieses Verfahren noch ein wenig zu verfeinern. Nun gibt es aber weitaus mehr Funktionen als das alleinige Erscheinen Lassen von Elementen. Im Zweifel ist man natürlich mit dem Grundsatz „weniger ist mehr“ stets gut beraten. Wer sich jedoch die Möglichkeiten von PowerPoint gänzlich zunutze machen möchte, sollte auch weitere Methoden nicht von vornherein ausschließen.

Da immer die Gefahr besteht, die Präsentation mit unnötigen Animationen zu überladen, sollte man sehr gezielt damit umgehen. Es kann aber durchaus sinnvoll sein, Elemente auf verschiedene Arten erscheinen, animieren und verschwinden zu lassen. Damit diese Animationen die Lerngruppe jedoch nicht belasten sondern eher unterstützen, ist eine bestimmte Herangehensweise an die Präsentation notwendig.

Oft werden Power-Point-Präsentationen einfach der Präsentation halber erstellt. Man hat also ein Thema, klatscht zunächst die Überschrift auf die Folie und ergänzt dann stichpunktartig das, was man ohnehin während des Vortrages erzählt. Bild dazu – fertig ist die Folie. Ich möchte gar nicht näher auf die Problematik dieser Herangehensweise eingehen, da sich dazu sicher noch ein ganzer Beitrag füllen lässt. Aber so viel sei gesagt: um eine zielgerichtete Präsentation zu erstellen, müsst Ihr dieses Vorgehen umkehren. Arbeitet Euch in das Thema ein, zerlegt es in seine Grundbausteine und dann überlegt Euch, wie Ihr es am besten vermitteln könnt. Erst dann solltet Ihr Euch auch Gedanken über die Methodik machen. Vielleicht ist auch eine Power-Point-Präsentation gar nicht das beste Mittel? Vielleicht ist eine Gruppenarbeit, ein Video oder ein Tafelbild, das mit der Lerngruppe erarbeitet wird viel zielführender. Wenn Ihr zu dem Entschluss kommt, dass Euer Unterricht am besten mit beispielsweise einer Grafik, einem Organigramm oder einem Foto unterstützt wird, dann seid Ihr mit der klassischen Power-Point-Folie gut beraten. Und nun könnt Ihr Euch Gedanken machen, wie diese Folie zusammen mit der Lerngruppe erarbeitet wird. Hängen Elemente zusammen? gibt es einen Prozess oder Ablauf? Wie stehen einzelne Informationen in Verbindung zueinander? Eure Animationen sollten all diese Fragen klären oder zumindest Eure Aussagen darüber unterstützen. Als Beispiel habe ich Euch einen Ausschnitt aus einer Präsentation über den Führungsvorgang angehängt. Darin seht Ihr, wie direkt aus der Animation hervorgeht, wie der Führungsvorgang auf die einzelnen Führungsebenen heruntergebrochen wird. Vielleicht hilft Euch das Beispiel, Anregungen für Eure Unterrichte zu sammeln oder Ihr könnt den Abschnitt direkt für eine Eurer Präsentationen nutzen.



Wenn Ihr versuchen wollt, Abwechslung in Eure Präsentationen zu bringen, durchstöbert einfach Mal YouTube. Dort findet Ihr viele Anregungen, die auch gleich eine ausführliche Beschreibung beinhalten. Probiert zum Beispiel Mal aus, einen Abschnitt Eurer Präsentation auf diese Weise darzustellen:



Tipp 5: Morphen

Diese Funktion kann Euch sehr dabei helfen, den vorherigen Tipp umzusetzen. Morphen ist ein Folienübergang der besonderen Art. Dabei werden gleiche Objekte in unterschiedlichen Folien erkannt. Beim Wechsel auf die nächste Folie wird diese dann nicht einfach eingeblendet, sondern die Objekte an sich bewegen und verändern sich. Auch hier bietet sich ein YouTube Video an, um das Prinzip und dessen Anwendung zu verstehen.


In dem Video habt Ihr auch gleich ein Anwendungsbeispiel gezeigt bekommen, nämlich wie Ihr Euch aus der Gliederung direkt die Überschrift generieren könnt. So behalten die TeilnehmerInnen stets den Überblick, an welchem Punkt der Ausbildung sie sich gerade befinden.

Aber auch in spezielleren Themengebieten lassen sich Anwendungsbeispiele für das Morphen finden. Erinnert Ihr Euch an die Präsentation mit dem Führungsvorgang aus Tipp 4? Diese Animation könnte man auch ideal mit der Funktion Morphen abbilden. Ein weiteres Beispiel: das Konzept der Lagedarstellung kann oft sehr abstrakt sein. Um es aber anwenden zu können, muss man es grundlegend verstanden haben. Das lässt sich sehr schwer mit Stichpunkten auf der Folie visualisieren. In der Ausbildung habe ich das ganze gerne am Tisch mit einer Führungssimulation entwickelt. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen habe ich aber eine Alternative gefunden, wie man das Funktionsprinzip auch mit PowerPoint gut darstellen kann. Das Feature Morphen hat mir sehr dabei geholfen. Am besten Ihr seht es Euch einfach selbst an:

Tipp 6: Zoom oder Folienlinks als Zusammenfassungsfolie

Mit Zoom ist hier nicht die Videokonferenz-Software gemeint, sondern eine weitere Funktion, die Microsoft mit einem der letzten Updates hinzugefügt hat. Habt Ihr diese Funktion noch nicht, ist das halb so schlimm. Im Anschluss gebe ich Euch eine mögliche Alternative für diesen Fall.

Die Methode selbst habe ich mir bei einem anderen Dozenten abgeschaut und fand sie so gut, dass ich sie in der Regel bei jeder längeren PowerPoint-Präsentation einbaue. Es geht dabei um eine Möglichkeit für den Abschluss einer Ausbildung. Sicher kennt jeder die Schluss-Folie mit dem großen „Fragen?“-Schriftzug und einem lustigen Bilchen oder dem Strichmännchen, mit Fragezeichen-Kopf. Werden dann Fragen gestellt, habt Ihr im Idealfall an irgendeiner Stelle der Präsentation bereits eine Folie gehabt, die Euch beim Beantworten der Frage behilflich sein kann. Nun habt Ihr einige Möglichkeiten, diese Folie aufzurufen. Unter anderem auf „zurück“ zu klicken bis die Folie erscheint oder in der Folienübersicht der Referentenansicht nach dem entsprechenden Abschnitt suchen. Noch eleganter ist folgende Lösung:

Anstatt einer Folie, auf der nur ein Textfeld mit „Fragen?“ steht, erstellt Ihr eine Folie, von der aus Ihr zu allen Abschnitten Eurer Präsentation springen könnt. Dann könnt Ihr in einzelne Bereiche nochmal tiefer einsteigen oder Informationen ergänzen, um die Fragen zielführend zu beantworten. Die einfachste Methode hierzu ist der „Zusammenfassungszoom“. Fügt Ihr einen solchen ein, könnt Ihr die entsprechenden Abschnitte oder einzelne Folien, die zum Beispiel besonders wichtige Abbildungen enthalten, auswählen. Ändert Ihr nichts an den Zoom-Einstellungen, gelangt Ihr nach dem Durchklicken des Abschnittes auch direkt wieder zur Zusammenfassungsfolie.

Wer nicht die aktuelle PowerPoint-Version hat, kann mit Screenshots und Hyperlinks einen Workaround erstellen. Fertigt einfach einen Screenshot von den relevanten Folien an, fügt diese in die Zusammenfassungsfolie ein und belegt sie über Einfügen>Link>Aktuelles Dokument mit der entsprechenden Stelle der Präsentation. Und so kann das Ganze dann aussehen:




Ergänzen könnt Ihr die Zusammenfassung mit der „Whiteboard-Folie“ aus dem letzten Beitrag. Als ich diese Methode kennengelernt habe, wurde ein Smart-Board genutzt. Der Dozent hatte also zusätzlich zu den einzelnen Abschnitten noch einen Link zu einer blanken Folie. Dort konnte er dann seine Ausführungen mit einem Tafelbild unterstützen. Wie im letzten Beitrag beschrieben lässt sich das auch mit einem Tablet oder Touchscreen-Notebook umsetzen. Vielleicht gibt es auch verwandte Themenbereiche, aus denen Fragen auftauchen können. Hierzu könnt Ihr entsprechende Abschnitte aus anderen Präsentationen einfügen, diese in der regulären Präsentation ausblenden und einen Link in die Zusammenfassungsfolie packen. Oft schneidet man solche Themen bereits während des Unterrichts an und Ihr merkt, dass die Lerngruppe Interesse zeigt. Dann könnt Ihr die Pausen nutzen, um so einen Abschnitt mit auf die Zusammenfassungsfolie zu übernehmen und anbieten, auf das Thema nochmal näher einzugehen.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode: oft kommen den Teilnehmern während der Präsentation Fragen, die sie aber noch zurückstellen, in der Hoffnung, dass sie sich von alleine klären. Am Ende des Unterrichts hat man sie dann bereits vergessen. Sieht man aber auf einem Blick nochmal alle Abschnitte der Präsentation und markante Folien, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die ungeklärten Fragen wieder hervorkommen. Hat man lediglich eine „Fragen?“-Folie, ist man oft überfordert und weiß zunächst gar nicht mehr, was denn alles im Detail behandelt wurde. Probiert die Methode einfach aus und findet heraus, ob sich der Aufwand für Euch lohnt.

Generell ist es gut, jede gehaltene Ausbildung als Möglichkeit zu sehen, neue Methoden auszuprobieren. Bessere Gelegenheiten gibt es dazu nicht. Am Ende der Ausbildung ist es dann auch immer wichtig, das Feedback von der Lerngruppe einzufordern. Sprecht ruhig die Methoden an, die Ihr zum ersten Mal ausprobiert habt und erfragt gezielt, ob der von Euch beabsichtigte Effekt erreicht wurde. Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch einige Methoden ausprobiert, die Ich Euch in diesem und dem letzten Beitrag vorgestellt habe. Schreibt mir auch gerne Euer Feedback dazu. Vielleicht habt Ihr auch eigene Methoden, die Ihr für recht einzigartig haltet. Mich interessiert immer, wie man die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Ausbildungen und Übungen aufs neue fordern und begeistern kann.

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